Grüße aus dem Norden

In einem kurzen Moment mit Internet wollte ich euch fix ein paar Zeilen aus meinem Urlaub in Schweden schreiben. schweden1 Wie schon letztes Jahr sind wir zu viert (eine Freundin, ein Freund, mein Hund & ich) für eine Weile in den schwedischen Wald gefahren, es gibt kaum entspannendere Orte für mich. Und Entspannung habe ich wirklich gebraucht: die letzten Monate waren…naja… anstrengend trifft es nicht.

Einige von euch wissen es ja schon aus persönlichem Bericht: Eine Mietbetrügerin hat uns in den letzten Monaten nicht nur etliche Tausend Euro Schaden zugefügt, sie hat auch unsere Nerven bis aufs äußerste überspannt, mit Drohungen, Beschimpfungen, Verleumdung und zum Höhepunkt einem Einbruch in unserem Keller und dem Versuch Geld gegen Auszug zu erpressen. Irgendwann werde ich einmal die Kraft haben auf die letzten sechs Monate zurückzublicken und ohne Herzrasen und Wut über diese Zeit berichten. Auch nach zehn Tagen Urlaub bin ich leider noch nicht soweit. Aber immerhin gibt es Licht am Ende des Tunnels: Wenn diese Person nicht noch eine weitere Lücke im deutschen Rechtsstaat findet sind wir sie hoffentlich bald endgültig los. Und auch wenn wir versuchen werden den finanziellen Schaden von den Mittätern zurückzuholen, den Verlust an Grundvertrauen in meine Mitmenschen und unser Land kann niemand wieder herstellen.

Davon geht die Welt nicht unter

Der (Wald-)Lauf der Dinge

schweden2 Aber genug der trüben Zeilen. Laut meinem Fitbit ist mein Puls inzwischen wieder bei einem gesunden Wert, und dort soll er auch bleiben. Hier oben habe ich reichlich gestrickt – endlich mal ohne vor lauter Anspannung Nadeln zu zerbrechen – und habe mit Hund jeden Tag so um die 15 Kilometer die hiesigen Wälder durchkämmt. Und das Ganze auch noch bei traumhaft schönem Wetter. Während in anderen Jahren unser Schweden-Sommer-Himmel immer ein paar Schäfchenwolken zu bieten hatte, sind wir dieses Jahr eigentlich durchgehend mit hohen Temperaturen und wolkenlosem Himmel verwöhnt worden. Wir haben uns doch glatt alle etwas verbrannt, denn damit hatten wir nicht gerechnet. Inzwischen sind wir also knallbraun, endlich halbwegs ausgeschlafen, und restlos entspannt. Selbst der sonst ewig abhauende Jagdhund ist ohne Leine auf dem Grundstück unterwegs…nach unseren Gewaltmärschen fehlt selbst ihr bei diesem Wetter die Kraft für weitere Erkundungen 😀

Maschenwerke

So konnte ich im Liegestuhl ein paar Stunden am Tag genüsslich vor mich hin stricken und habe endlich ein Projekt aus dem Frühling vollendet…nein, nicht Ravello 🙁

Lettische moderne Kunst

Im April hatte ich (minimal größenwahnsinnig) angefangen ein Paar lettische Socken zu stricken…als meine ersten Socken überhaupt. Auf der H&H Messe hatte ich „Knit Like a Latvian“ gesehen, und wollte das direkt mal ausprobieren. Brav habe ich die Maschenprobe gemacht, habe aber komplett andere Ergebnisse gehabt als in der Anleitung gefordert. (2mm Nadeln erscheinen mir im Nachhinein auch eine ungewöhnliche Idee für Fair Isle Socken, aber als Sockennovizin wusste ich es nicht besser.) Jedenfalls habe ich gut und gerne 1,5x die Anzahl der Maschen laut Anleitung gebraucht, musste also das Muster umrechnen, und und und. Guuuuuuut, ich gebe zu ich hätte auch einfach größere Nadeln nehmen können, aber dann wurde das Muster für meinen Geschmack zu locker, und man konnte die Fäden dahinter sehen. Die im Kit enthaltene Wolle war teilweise wirklich sehr dünn gesponnen, an anderen Stellen sehr bauschig. Langer Rede kurzer Sinn: Erst im Urlaub habe ich den zweiten Socken in Angriff genommen. Nach dem ersten war ich so frustriert, die Nadeln so heillos verbogen, ich habe es einfach monatelang aufgeschoben. Der zweite Socke sieht jetzt dummerweise anders aus, weil ich in der Zwischenzeit begriffen habe, dass die englische Übersetzung der Anleitung teilweise etwas missverständlich ist. Beim ersten Socken habe ich die Ferse viel zu dicht gestrickt, weil ich auch in den Rückreihen Maschen abgehoben habe, und die Abnahmen für die Spitze ähneln eher einem Trichter als einer Spitze. Beim zweiten sieht es dafür eher aus als hätte ich versucht einen türkischen Pantoffel zu stricken, so spitz geht der vorne zu…die Wolle ist etwas steif, wird sich aber hoffentlich endgültig – nach einer Runde dämpfen – ihrem Schicksal beugen und sich etwas abrunden. Fazit: Schönes Muster, tolle Idee für ein Kit, gut gemeinte Anleitung, aber insgesamt echt mit Schwachstellen. Da ich reine Wolle auch für keine optimale Sockenwolle halte, wird es das Socken-Kit hier im Shop auch in Zukunft nicht zu kaufen geben. Die Handschuhe vom gleichen Hersteller finde ich da deutlich toller!

Harry Potter seine Freundin ihre Socken

Zum zweiten Projekt: Sockenstrickstaffel bei Instagram

Hermione's Everyday Socks

Hermione’s Everyday Socks

Aufgrund der Internetabstinenz habe ich komplett ohne Fortschritt-Updates an der Instagram Sockenstrickstaffel zu den Hermione’s Everyday Socks „teilgenommen“. Also mein inzwischen drittes Paar Socken (Lettische + Broken Seedstitch), und immerhin schon 3/4 fertig! Kurz vor dem Urlaub ist mir auch mein Nadelspiel für die Socken zerbrochen (ob ich der Frau Mietbetrügerin wohl auch die mindestens 20 Nadeln in Rechnung stellen kann, die ich in den letzten 6 Monaten zerbrochen habe?), jedenfalls habe ich ganz geschickt eine Tour zum Lebensmitteleinkauf am scheinbar einzigen Handarbeitsgeschäft im Umkreis von 50km vorbei gelotst *muharhar*. Dort bin ich fast unbemerkt reingesprungen und habe ein Nadelspiel gekauft. Zugegebenermaßen auch ein 50g Knäuel Sockenwolle, aber trotzdem der bisher günstigste und schnellste Ausflug dieser Art. Die Socken sind jedenfalls pink und weiß geworden. Was mich genau geritten hat ausgerechnet Ferse, Spitze und Bündchen weiß zu stricken, fragt mich was leichteres. Es scheint als wollte ich die Maschinenwaschbarkeit von Regia auf Teufel komm raus testen. Aber schick sind sie…eigentlich hatte ich auch noch für ein royal blau / weißes Paar gepackt, habe dann aber das blaue Knäuel und meine bunte Wolle für ein Paar Broken Seedstitch Socken an die mitgereiste Freundin, a.k.a. Socken-Sabine, abgegeben. (Übrigens eine schicke Kombi…werde da mal ein Bild nachreichen müssen)

Weil mein Schatz ein Matrose ist?

Und zu guter letzt stricke ich an einem eigenen Entwurf für einen Pulli aus Rowan Fine Art und Kidsilk Haze (kommt noch in den Shop) jeweils in hellblau. Ich will noch nicht zu viel verraten, dafür bin ich noch nicht weit genug, aber die Kombi der beiden Garne macht echt was her! Da langsam wirklich alle Pullis blau, blau, blau sind, sollte mein Liebster nach dem alten Kinderlied zu urteilen wohl auf den Meeren dieser Welt zu Hause sein.

KAL – Dimasq

Soooo, und nun zum Abschluss eine kleine Erinnerung an unseren Dimasq KAL, der nächste Woche beginnt! Ab dem 1.9. schwingen Sina und ich mit euch gemeinsam die Nadeln, und vielleicht gibt es diesen Winter ja auch optimale Bedingungen um mit einem schicken Tuch der Witterung zu trotzen? (Im Moment braucht das bei meiner Wetterlage zwar noch viel Fantasie, aber der Winter kommt bestimmt) Ansonsten bietet sich Dimasq vielleicht auch als Weihnachtsgeschenk für die allerbeste, liebste Mutti oder Omi an? Ich freu mich auf jeden Fall auf neue Farbkombinationen und Berichte wie euch so das Muster von den Nadeln geht. In bester Inga Lindström Manier: Hejdå allihopa, vi hörs snart igen!   Und auch wenn ich eigentlich schon einen „Auf den Nadeln im August“ Beitrag hatte, hier geht’s ab zu Marisa’s Sammlung, und hier zum Creadienstag.