Der Wettstreit der Wärmespender

Bunt oder grau – wer wärmt besser?

Beim Wort Häkeldecke dürften bei vielen Kindern der 80er die Haare zu Berge stehen. Wahlweise erscheinen weiße Häkeldeckchen auf Oma’s Kaffeetisch vor dem inneren Auge, oder eine Wolldecke in den Trendfarben der 70er, die wahrscheinlich über dem Gästebett lag. Jedenfalls dürfte neben dem Klorollenhut kaum etwas selbstgemachtes so für Spießigkeit stehen wie die Häkeldecke. Ich hab trotzdem eine gemacht:-) ripple3

Wettkampfteilnehmer I: Der Wollregenbogen

Als ich vor ca zwei Jahren unfallbedingt fast nur sitzen konnte, da hatte ich Zeit genug dieses Monstrum in einem einzigen Monat fertig zu häkeln. Danach habe ich mich dann dem stricken zugewandt – Zufall oder überlastete Handgelenke, das weiß ich nun nicht mehr. Auf jeden Fall war es am Ende eine Menge Gewicht, denn die Decke ist  1,30×1,50m groß und es haben fast 31 Knäuel à 50gr darin Platz gefunden. Das Muster (Erklärung zB hier) ist wirklich simpel, die Wirkung entfaltet sich durch die Farben. Wer Stäbchen häkeln beherrscht hat schon fast gewonnen. Ripple1 (Und wer es noch nicht kann – Auf Youtube hilft Elizzza ! Sie ist wirklich eine großartige Ressource für Technikvideos.)

Für die Decke wollte ich so knallige Farben wie ich nur finden konnte, und so bin ich bei Lana Grossa gelandet. Bei dieser Decke hat die Merino Wolle Cool Wool wirklich tolle Dienste geleistet. Das Maschenbild ist auch nach zwei Jahren noch 1a, die Farben strahlen, und trotz fast täglicher Benutzung kann ich kein pillen bemerken. Obwohl auch der Hund schon auf der Decke erwischt wurde – sie weiß was gut ist! Die gute Haltbarkeit scheint aber der reine Glücksfall zu sein, denn zwei von mir gestrickte Pullis aus gleichem Material sehen katastrophal aus. Tolle Farben, keine Frage, aber leider bedeckt von einer fusseligen Schicht Pilling. Und das quasi ab erstem Mal anziehen:-( ich könnte jedes Mal heulen wenn ich sie im Schrank liegen sehe. Aber zurück zur Decke: Ich finde sie macht gute Laune! Das Vernähen der Fäden war hart an der Grenze zur seelischen Grausamkeit, aber das Endergebnis mag ich immer noch sehr. Ripple2

Wettkampfteilnehmer II: Modell grau-in-grau

Wie gesagt, das ganze ist zwei Jahre her, ich habe seitdem einiges über Wolle gelernt: heutztage würde ich pure Wool Worsted nehmen. Die ist waschmaschinentauglich, hat 50 strahlende Farben, und das Maschenbild ist dermaßen klar, Muster sehen damit aus wie gedruckt! Im Sommer hatte Rowan einen Knit-Along für eine Decke aus diesem Garn, ich habe mir die Muster mit zwei anderen Mitstrickerinnen aufgeteilt, und herausgekommen ist eine super geniale Wolldecke. KAL1 Inzwischen ist das gute Stück zu meinem Bruder und seiner Frau gezogen, dort hilft sie aktuell beim kurieren einer Grippe. Die KAL Decke ist mit ca 1,30×1,70m noch mal ein Stück größer als die Häkeldecke, der Verbrauch lag (bei nur zwei Farben) bei ca 15 Knäuel à 100gr – wir haben uns aber auch die – etwas bieder wirkende – Blende gespart. Vorteil an der Rowan Decke ist ganz klar: Es werden etliche kleine Quadrate gestrickt, man hat also immer wieder Erfolgsmomente, und trägt nie das gesamte Gewicht einer Wolldecke an den Nadeln. Außerdem war das Projekt super aufzuteilen, und wenn man zu dritt jeweils 16 Quadrate übernimmt…dann bleibt das Ende absehbar. Auch für Anfänger – um einfach mal ein paar Muster zu lernen – finde ich so ein „Patchwork“ Projekt eine tolle Sache. KAL4KAL5                   Der Nachteil ergibt sich daraus klar: Das Zusammennähen von 48 Quadraten erfordert wiederum auch Nerven…und dann sind noch nicht alle Fadenenden versorgt. Mir gefällt auch diese Decke total gut, und wer grau-in-grau nicht mag, der kann auch jedes Quadrat andersfarbig stricken:-) Welche Decke gefällt euch besser? Habt ihr Tipps / Tricks beim zusammennähen? Besser häkeln oder stricken?