flintstones

Quelle: Manyhorses.com

Irgendwie hat man doch immer das Gefühl, dass Stricken eine uralte Tradition ist, ich seh quasi von meinem inneren Auge schon die Neanderthalerinnen am Höhlenfeuer sitzen und auf kleinen Knochen stricken. So à la Wilma Feuerstein…

Richtig über die Herkunft des Strickens hatte ich aber noch gar nicht nachgedacht, für mich ist es einfach inzwischen so natürlich dass ich erstmal davon ausgegangen bin dass es das immer gegeben hat. Eigentlich komisch, denn immer wenn ich irgendwo über Zeitmaschinen lese, dann kommt mir als erste Reiseidee dabei zu sein wenn das erste Mal Brotgebacken wird.

Ich stell mir das als nen echt coolen Moment vor… das ganze Leben rohes Fleisch genagt, Beeren gekaut und so, und dann kommt einer auf die Idee: wenn wir die oberen Teile dieses Grashalms mit zwei Steinen bearbeiten, den Staub mit Wasser mischen, und dann den Pamp in die Lagerfeuerasche legen, dann haben wir auf einmal Brot, und das kann man essen.

So ähnlich muss es aber wohl mit dem Stricken auch gewesen sein. Und zwar vor überraschend kurzer Zeit. Im „Stuff you missed in history“ Podcast, den ich euch diese Woche vorgestellt habe, wird auch erzählt, dass Elisabeth I. von England ein Aha-Erlebnis mit gestrickten Kniestrümpfen hatte. Denn bis in ihre Zeit hinein hat man offenbar gewebte Beinkleider und Strümpfe getragen.

Das muss ja höllisch unbequem gewesen sein! Überall Nähte, null Flexibilität…

Und überlegt mal, das elisabethanische Zeitalter ist einfach gar nicht soooo lange her. Die Stücke von Shakespeare sind immer noch halbwegs aktuell, und der war ein Zeitgenosse. Bestimmt auch einer mit gewebten Strumpfhosen…

In dem Zusammenhang ist mir aufgefallen (und damit zurück zum skandinavischen Titelthema), dass Elisabeth nach den Wikingern kam. Also hatten die Nordmänner offensichtlich auch noch keine Strickpullis an. Die Armen.

Zum Glück hatten aber zumindest einige wohl eine Art Vorgänger von Stricksocken, mit viel mehr Bewegungsfreiheit als gewebte Kniestrümpfe jemals geben könnten. Und zwar hatten die Wikinger eine Technik – wahrscheinlich von den Arabern – gelernt: Nålbinding.

Nålbinding bedeutet übersetzt Nadelbinden, und das beschreibt es auch ziemlich genau. Es wird mit einer stumpfen Nadel ein Stück Faden immer wieder mit sich selbst verbunden. Ansehen könnt ihr euch das hier (leider habe ich kein erträgliches Tutorial auf Deutsch gefunden). Wenn ich mal irgendwann richtig viel Zeit habe und keine Stricknadeln dabei habe (haha, also nie) bring ich mir das mal bei…