Hei og god dag!

In dieser Rubrik möchte ich euch Einblicke in die „Strickszene“ im Norden geben, euch Bücher, Blogs und Instagrammer, Tricks und Trends aus den Gefilden meiner zweiten Heimat vorstellen.

Was mich dazu beruft? Nun, mir wurde eine doppelte Staatsbürgerschaft in die Wiege gelegt (NO / DE), ich habe in Schweden und Norwegen gelebt (spreche und lese beide Landessprachen), habe eine „Leihfamilie“ in Schweden, und verbringe gerne Zeit bei ihnen und in den Wäldern um unser Ferienhaus in Skåne/SE.

Abends im Museum

Das Nordiska Museet von Außen - das Bild stammt von Wikimedia

Das Nordiska Museet von Außen – das Bild stammt von Wikimedia

Diese Woche habe ich eine tolle Sache in Schweden entdeckt:

Kennt ihr das Nordiska Museet in Stockholm?

Für mich als Architekturfan ist schon das Gebäude eine Attraktion, aber auch innerhalb des Gebäudes gibt es irre viel zu sehen. Das Nordiska beheimatet Ausstellungen über die Kulturgeschichte Schwedens, einerseits Kunst, aber andererseits Alltagsgegenstände wie Kinderspielzeug oder Schmuck von heute und gestern. Spannend ist (aus meiner Sicht zumindest) aber gerade die Sicht auf traditionelle Kleidung und Trachten, sowie die Entwicklung des textilen Kunsthandwerks.

Schweden (und der gesamte Norden) hat eine lange Geschichte in der Textilherstellung, es gibt einzigartige Techniken und Verfahrensweisen in der Herstellung und aber auch Bearbeitung von Stoffen. Da wird gewebt, gestickt, geklöppelt, genäht, und eben gestrickt. Heute profitieren wir von diesen Erfahrungen, denn zum Beispiel ausgezeichnete Haspeln oder Webwerkzeuge haben viele von uns „made in Sweden“ (Ich sag nur Glimåkra).

Jedenfalls – Im Nordiska Museet gibt es diesen Frühling ein monatliches Strickcafé.

Gut, Strickcafés gibt es viele, davon auch bestimmt einige in richtig tollen Locations, aber das Nordiska hat sich einen kleinen Twist ausgedacht…zusätzlich zum gemeinschaftlichen Stricken in traumhaftem Ambiente gibt es jeden Monat einen Vortrag zu einem bestimmten Strickthema. Diesen Monat ging es um die Strickmode der direkten Nachkriegszeit, nächsten Monat um „Bohus“stricken (Bohus ist eine Region in Schweden).

Die Vorträge sind auf Schwedisch, daher sollte man als nicht Geheimsprachen-Sprecher vielleicht nicht seine Reiseplanung am Strickcafé ausrichten, aber ich bin mir sicher dass das Nordiska auch sonst genug für eure Handarbeitsherzen bereit hält. Und üblicherweise wird man in Schweden auch überall auf Englisch herzlich willkommen geheißen – bestimmt auch beim Strickcafé. Der Eintritt ist an den Abenden übrigens frei!

Wäre so eine Reihe nicht auch eine tolle Idee für Deutschland? Spontan fällt mir das Kunst und Gewerbemuseum in Hamburg als Location ein…