Frohes Neues!

Es ist die Zeit der Vorsätze und der Rückblicke, und auch ich kann mich nicht ganz dagegen wehren.

Die Jahresbilanz 2015

Direkt vorweg: Im Nachhinein betrachtet war 2015 ein fantastisches Jahr!

Die Soll-Seite:

Das hat sich zwischendrin echt anders angefühlt, denn auf der Soll-Seite der Bilanz haben wir die Erkenntnis, dass es in diesem Land eine Gesetzeslücke gibt, dank der sich jemand hemmungslos über jeden Anstand hinwegsetzen kann. Es ist augenscheinlich möglich, über Monate keine Miete zu bezahlen, Menschen zu bedrohen, und dabei noch vom Sozialstaat den Hintern abgewischt zu bekommen, ohne dass man irgendwelche Folgen befürchten muss.

Von Februar mit Ende Oktober war so eine Person in meinem Leben. Über die gesamte Zeit hat die Frau nicht nur – ohne Mietvertrag – die Ferienwohnung meiner Mutter besetzt, sondern sich auch noch die Nebenkosten und Internet / Telefon erschwindelt. (Man darf nichts in der Wohnung ausstellen, was zu Beginn der Besetzung vorhanden war.) Die städtischen Ämter wussten das, waren aber “machtlos”. Zitat: ” Wer jemanden aus Mitleid in eine Wohnung lässt ist halt selber Schuld”.

Die Betreuerinnen gingen davon aus dass die Frau mit einem Messer auf Menschen im Haus losgehen könnte, trotzdem – nix zu machen. Mich hat sie vor einem Raum voller Zeugen bedroht, bekommt sie aber auch nur nen erhobenen Zeigefinger und ein “Du Du” für.

Normalerweise sieht das deutsche Rechtssystem in solchen Fällen vor, dass man solche Menschen aus der Wohnung klagt, und dann Schadenersatz verlangen kann. Aber leider kann man nix holen wenn die Betrügerin den Offenbarungseid geleistet hat. Da steht man dann… um etliche Tausend Euro geprellt, vor einer völlig verwüsteten Wohnung, dem schadenfroh grinsendem Staatspersonal gegenüber.  Der Gerichtsvollzieher kannte die Dame schon von der letzten Räumung, ändert aber nix daran, dass man ohne Urteil und Gerichtsvollzieher (kosten jeweils auch) nicht mal einen Fuß in die Wohnung setzen darf.

Man würde ja denken, dass man so einem Menschen wenigstens die “Gastfreundschaft” entziehen kann, aber unsere Gastfreundschaft endet erst bei Freiheitsstrafen ab zwei Jahren. Und auch nur wenn daheim ein sicheres Herkunftsland ist. Zwei Jahre… dafür muss man halt schon ne ganze Menge anstellen.

Also: Augen auf wem ihr die Schlüssel zu euern Wohnungen gebt. Wer einmal den Schlüssel hat, der kann auch erstmal behaupten ihr hättet einen mündlichen Mietvertrag, und Beweispflicht und Gerichtskosten liegen erstmal bei euch. Danke Deutschland!

Dass bei so einer Lage kein Wohnraum für die sozial Schwachen geschaffen wird, da wunder ich mich nach diesem Jahr kein Stück mehr drüber. Es würde mich freuen, wenn sich in 2016 einer unserer Gesetzgeber mal Gedanken darüber macht.

 

Kommen wir aber zu den Dingen, die mich trotzdem zu einem positiven Jahresbilanzsaldo bringen:

Die Haben-Seite:

Hochzeiten

Vier Hochzeiten, vier Länder (und kein einziger Todesfall!!!). Leider eine Hochzeit wegen Krankheit absagen müssen (ausgerechnet die in Deutschland).  Schöne Anlässe mal wieder Freunde und Bekannte aus vergangenen Lebensabschnitten zu sehen. Für 2016 stehen erstmal noch zwei kirchliche Trauungen in Deutschland an, mal sehen ob es dabei bleibt.

Babies rundumzu

eine kleine Jule, ein Kaspar, und eine Camila. Die beiden Mädels jeweils mit Sophie/a als Zweitnamen, ich habe den Namen also zumindest noch nicht verdorben?! Für Camila muss ich noch ein Geschenk ranstricken, aber wer ahnt auch dass Süd Kalifornien dieses Jahr eine solche Kältewelle bekommt?

Kurz vor Jahresende dann noch die Ankündigung vom nächsten kleinen Strickempfänger (oder Empfängerin), in den nächsten Monaten könnten hier vermehrt Bilder für Sommerbaby-Strick auftauchen…nur so als Warnung. (Und nein, ich bin nicht an der “Herstellung” des Sommerbaby beteiligt, nur an dessen Bekleidung ;-))

Unterkunft

Das Dach über dem Kopf ist fertig – soweit man bei so etwas jemals von fertig sprechen kann. Immerhin hängen (einige) Lampen, und sogar Wanddekoration ist an Wänden festgemacht und nicht nur dagegen gelehnt wie sonst. Es sind sogar ein paar Pflanzen in der Erde, ich bin gespannt wie bald ich Nektarinen ernten kann…

Hund

Das Bretönchen hat dieses Jahr unendlich viel dazu gelernt. Nicht dass jetzt irgendwer einen gut erzogenen Hund erwartet, aber dass aus dem hyperaktiven Wuselwesen von vor 2,5 Jahren mal diese Version Bretönchen werden könnte… Ein erwachsener Hund aus dem Tierschutz ist eben doch nicht das gleiche wie ein Welpe vom Züchter. Trotzdem mein herzallerliebstes Wuselwesen!

Da wir fast jeden Tag unsere Runden durch die Rieselfelder laufen, sind wir jedenfalls in der neuen Nachbarschaft schon gut bekannt. Auch an wirklich weit entfernten Höfen werden wir winkend begrüßt (und das will in Westfalen was heißen). Damit kommen wir zum nächsten Punkt:

Gesundheit

Dass ich überhaupt noch einmal 8-10km am Stück laufen würde, das hätte vor 2 Jahren noch niemand geglaubt. Im Sommer habe ich sogar bis zu 24km hingelegt. Danach war ich zwar auch echt am Ende, aber bei den Temperaturen letztes Jahr wäre ich auch vor meinem Unfall nach so einer Strecke geschafft gewesen.

Die Physiofrequenz habe ich etwas reduzieren können, inzwischen sehen wir uns bald mehr privat als auf der Liege 😉

Und was ist mit Stricken???

Stichfest

Auch hier hat sich vieles entwickelt. Vielen Dank für die vielen Bestellungen – insbesondere die “Wiederholungstäter” werte ich als ein gutes Zeichen!

Demnächst ziehen wir um (eigentlich schon im Dezember, aber nagelt mal einen Architekten auf sowas fest), und dann gibt es endlich das größere Garnlager und auch eigene Garne in Hülle und Fülle.

Bibliothek

Zwei Shoppingtouren in Skandinavien haben meine Strickbibliothek wachsen lassen. Früher bin ich für meine “unnützen” Sprachen aus dem Norden belächelt worden, aber heute lache ich beim blättern in Büchern, die (unerklärlicherweise) nur auf “Geheimsprache” veröffentlicht werden. Da ich euch die Inspirationen aber nicht vorenthalten möchte, werde ich in Kürze versuchen euch die skandinavische Strickwelt auf eure Bildschirme zu bringen.

Gelerntes

2015 war ein mega-lehrreiches Jahr an der Stricktechnikfront für mich.

Mein allererstes FairIsle Tuch habe ich überhaupt erst im Januar ’15 abgekettet, das war auch mein erster Steek. Inzwischen kann ich Tipps und Tricks geben und sogar Anleitungen schreiben 😉

Seitdem habe ich dank Sina Doubleface stricken gelernt und ziemlich weit gebracht (Mein drittes Doubleface Projekt ist schon 1/4 fertig!!).

Meine allerersten Socken habe ich erst im Sommer überhaupt fertiggestrickt, inzwischen sind schon 8 fertig. Der Sock-tober hat da echt geholfen. Insbesondere der Bruder, der auf übertrieben großem Fuß lebt, hat sich Weihnachten sehr über mein neues Können gefreut.

Die Steigerung waren dann noch die Selbuhandschuhe (mit gemusterten Fingern!!)! Die Anleitung habe ich aus einem meiner norwegischen Bücher, bei Ravelry gibt es aber alle Anleitungen aus dem Buch auch auf Englisch.

Aber so richtig megastolz bin ich eigentlich auf meinen Adventskalender… Der war zwar weniger kompliziert als er aussieht, aber 24 von den kleinen, friemeligen Teilen zu stricken, das hat doch Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen gebraucht – das finde ich schwerer zu meistern als eine neue Technik 😉

 

Für 2016 hoffe ich, dass es wieder eine positive Bilanz gibt. Insbesondere die Weiterentwicklung der persönlichen Fähigkeiten wie Durchhaltevermögen, aber ganz klar auch Durchsetzungskraft habe ich mir für dieses Jahr fest auf den Plan geschrieben.

Wie war denn euer 2015?