<Dieser Beitrag enthält PR Samples. Garne & Strickmühle sind mir von den Herstellern zur Verfügung gestellt worden. Eine Vergütung ist nicht gezahlt worden, und alle Aussagen über die Produkte entsprechen meiner persönlichen Meinung>

Diesen Winter bekomme ich ein neues “brorsbarn” – das ist schwedisch für “Bruderkind”, also Kind eines Bruders, anders gesagt: ich werde wieder Tante.

Das gibt mir die Gelegenheit wieder ganz rasche Mini-Mini-Maschen zu stricken. Mit 1,5 Jahren braucht es nämlich für den “großen” Neffe schon erstaunlich viele Maschen, vor allem wenn man mit dem Anfang vergleicht. Das sind dann auch direkt nennenswerte Garnmengen.

Dank vieler Goodiebags und Probeknäule der letzten Jahre, haben sich im Stash aber etliche Einzelknäule in DK und dicker angesammelt, und zwei davon habe ich direkt mal für den neuen Erdenbürger verbraucht, und auch noch eine neue Anleitung daraus gemacht: Das Waldi’s Bonnet.

Schon im August habe ich aus Silk 4 Milk von Rosários4 den Prototypen gestrickt – da war gerade frisch die Neuigkeit gekommen. Das Garn habe ich auf dem Tag der Wolle 2017 bekommen, aber wegen “Was mache ich aus einem Knäuel DK” erschwert mit “Wie verhält sich wohl dieses Fasergemisch” noch nicht angestrickt gehabt.

Die Faserzusammenstellung ist wirklich einzigartig: Seide und Cashmere sind mit Milchfaser versponnen. Total spannend. Und weich. Und Handwäsche. Hmmm. Zum Glück werden Mützchen ja nicht soooo dreckig, also ein Minimützlein angeschlagen.

Aber nicht irgendein Minimützlein.

Waldi

Waldi ist so richtig putzig, und ich glaube auch ziemlich gut durchdacht. Grundsätzlich ist es als Neugeborenengröße ausgelegt, aber da von oben gestrickt wird, könntest du auch bis zu jeder anderen Größe weiterstricken. Das Muster ist einfach, und schon von meinen “Waldemar” Socken bekannt – Waldi… ist klar, oder? Zum Abschluss bekommt ein Teil des Bonnets Hasenzähnchen, die bilden nachher einen hübschen Rahmen um das Gesicht. Im Nacken strickst du stattdessen einen Tunnelzug ohne Zähnchen, es soll ja nichts pieksen.

Durch den Tunnelzug kommt dann ein iCord. Den habe ich beim Prototypen auf einem Nadelspiel gestrickt… zäh wie Kaugummi, aber was macht man nicht alles…

Fazit zum Garn: Super! Gewaschen und gedämpft ist es in Form geblieben, hat nicht gepillt, und hat ein irrsinnig klares Maschenbild. Sieht auf den ersten Blick fast aus wie Baumwolle, fasst sich aber viel weicher an. Jetzt wo ich weiß, wie toll dieses Garn ist, habe ich mich schon beim Tagträumen von einem großen Sommerpulli erwischt.

Waldi II 

Diesmal habe ich Fourteen von Juniper Moon Farm gewählt. Das ist noch ganz frisch vom Tag der Wolle 2018. Es besteht zu 90% aus Merino & 10% Cashmere – wobei das Merino mit wahnsinnigen 14 Mikron (daher fourteen) quasi schon weicher ist als das Cashmere. Und wieder Handwäsche…

Aber auch wahnsinnig knuffig und kuschelweich. Ich befürchte dass dieses Garn deutlich empfindlicher ist. Merino ist ja immer pill-anfällig, und vom Griff her kommt das auch hier hin. Aber auf einem Babykopf sollte nicht zu viel Beanspruchung auftreten, von daher hat das Knäuel hier vielleicht seine Optimalbestimmung gefunden. Wirklich viele andere Einsatzmöglichkeiten hätte es bei meiner Pilling-Antipathie für mich kaum gegeben.

Icord

Diesmal habe ich den iCord auf einer Prym Strickmühle gekurbelt. Und was soll ich sagen, nach Anlaufschwierigkeiten zwischen mir und der Anleitung, werde ich NIE wieder anders meine Kordeln machen. Im Kopf habe ich schon eine laaaaange Liste mit Projekten, die mit Kordeln verbessert werden könnten… ich kurbel jetzt den Stash weg 🙂


Die Mühle funktioniert im Grunde genommen wie eine Strickliesl – nur dass du nur kurbeln musst. Den Rest übernehmen Haken und Schnapper in der Strickmühle – das ist so kinderleicht, damit kannst du Mann oder Kind bestimmt super beschäftigen.

Vielen vielen Dank an Prym dass ich dieses tolle Ding ausprobieren darf, ihr habt es geschafft dass mehrere Erwachsene mit großen Augen und viel Geduld im Treppenhaus gekurbelt haben – nur um zu sehen wie lang wir so ein Band bekommen. (Ach ja, das ist auch der einzige mögliche Nachteil, wenn du nicht im vierten OG wohnst: die Länge deiner Kordel ist von deinem Abstand zur Erde begrenzt. Am Ende der Kordel hängst du ein Gewicht ein, und sobald das den Boden berührt, funktioniert das Ganze nicht mehr. Aber wir haben noch keine Verwendung für die vierte-Stock-Kordel gefunden, und die Mützenbändsel waren mit 180cm Körpergröße locker machbar.)

Im Vergleich sieht man dann auch noch, dass die Mehrarbeit am Nadelspiel auch nach einer Wäsche deutlich unregelmäßiger ist. Noch ein Argument mehr für eine Strickmühle*.

Was ist denn nun ein Bonnet?

Laut Definition im Internet ist ein Bonnet eine unter dem Kinn geknotete Haube, die von Frauen oder Kindern getragen wird. Das Bändsel macht also den Unterschied zwischen einem Bonnet und einer gewöhnlichen, deutschen Haube.

Dein Waldi

Hast du auch das eine DK Knäuel Luxusgarn herumliegen? Und bekommt jemand ganz spezielles ein Baby, das so ein Häubchen aus Luxusgarn tragen könnte? Dann kannst du dir dein eigenes Waldi’s Bonnet stricken! Die Anleitung gibt es hier, und falls du (wider Erwarten) noch Bedarf an einem absoluten Traumgarn hast, empfehle ich die Cardiff Large.